Mein kleiner Robin

Vor 17 Tagen bist du auf die Welt gekommen. Nur zwei Stunden später bist du schon wieder gegangen. Du kannst dir nicht vorstellen wie sehr ich dich vermisse. Du warst so klein, aber schon so perfekt. Ich habe diese zwei Stunden in denen ich dich in meinen Armen halten konnte so genossen. Die wohl schönsten und gleichzeitig schwersten zwei Stunden meines Lebens. Wir dachten nicht, dass dein winziges Herzchen noch schlagen könnte. Zum Glück hat es das getan. Es war so schön, dass du deine Tanten und deinen Opa auch noch kennen lernen konntest. Sie waren mit Mama und Papa und deiner Oma bei dir und haben dich auf deinem kurzen Weg hier bei uns begleitet.

Ich hielt dich in meinen Händen und konnte dir alles sagen, was mir auf dem Herz lag, ein paar Lebensweisheiten die ich bisher gesammelt habe, all meine Wünsche und Hoffnungen für dich und ein paar Worte noch für deinen Bruder, mit dem ich so nicht sprechen konnte.

Das zu schreiben fällt mir so schwer. Das alles ist so schwer, mein Baby. 17 Tage ohne dich, Robin, ohne dich so aktiv in meinem Bauch und bei mir zu spüren, ohne deinen Herzschlag. Ich drehe nicht so durch, wie nach der Geburt von Luis. Ich bin bei mir und das Dank dir!
Ich hoffe so sehr, dass du weißt, wie viel Mühe ich mir gegeben habe, diesmal alles richtig zu machen. Diese Vorwürfe hätte ich nicht noch einmal ausgehalten. Ich hab all meine Kraft für dich verwendet und ich wollte das unbedingt. Habe Dich so lang ich konnte in meinem Bauch gehabt. Deine Geburt zog sich viele Tage, ich war kurz vorm aufgeben… ein Kampf mit mir Selbst. Ich wollte dich nicht los werden, wahrscheinlich hast du dich deshalb auch nicht auf den Weg gemacht. Ich musste los lassen, mich auf dich einlassen… dann kamst du doch sehr schnell. Zum Glück waren die Geburtsstrapazen dann doch schnell vorbei und da lagst du auf meinem Bauch, hast die Hebamme Annkathrin direkt mal angepinkelt um allen zu zeigen, dass du bei uns bist. Ich war so froh, dass du noch nicht eingeschlafen warst und ich dir dabei zur Seite stehen konnte. Deinen Herzschlag zu spüren, dich meinen spüren zu lassen, dir Kraft zu geben, obwohl du schon so unglaublich stark warst, wie du mit deiner winzigen Hand nach uns gegriffen hast, das war das aller Beste, was du mir in dieser schweren Situation geben konntest und ich bin so unglaublich dankbar dafür.

Die Tücher in die du gewickelt warst, hab ich mir in eine kleine verschlossene Tüte, um deinen Geruch so lange fest zu halten, wie es geht. Die Tücher duften so wunderbar nach dir, abends rieche ich an ihnen um dich näher bei mir zu haben. Deine Micky Maus liegt mit dem Tabaluga von Luis bei uns im Bett und ist immer da wo ich auch bin. Aber das weißt du bestimmt…

Ich halte durch und werde nicht verrückt.
Wir haben das richtig gemacht, wir waren vorbereitet für dich.
Ich kann noch nicht über dich sprechen, obwohl ich das vor deiner Geburt noch so gut konnte. Aber die Trauer um dich und darüber, dich nicht bei mir haben zu können ist so unendlich. Ich hoffe damit irgendwann besser aus zu kommen. Ich bin da und dabei. Ich lebe in den Tag hinein, kann nicht gut schlafen, dein Papa hat meine Träume gegoogelt, meinte das seien Verlustängste und Verlustschmerz.. hmm woher kommen die wohl?! Ich lenke mich mit einfachen Dingen ab, versuche weiter alles gut für dich zu organisieren. Zum Glück hilft deine Oma mir dabei und nimmt mir die Gespräche mit den jeweiligen Menschen ab. Ich telefoniere doch so ungern und noch ungerner mit Bestattern oder dem Mensch aus dem Krematorium über mein Baby. Ich hab dir eine Urne ausgesucht und bin dabei eine schöne Trauerfeier für dich zu planen.

Ich bin so unglaublich stolz auf dich Robin und ich bin so froh deine Geschichte erzählen zu können.
Danke, dass ich dich erleben durfte, danke, dass du mich zum zweiten Mal zu einer „Jungs“-Mama gemacht hast und danke, dass du so lange bei mir geblieben bist. Du bist ein Wunder. Ich habe die Zeit mit dir so sehr genossen und ich werde dich, wie deinen Bruder immer in Erinnerung halten. Ich kann den Tag an dem wir uns Wiedersehen kaum erwarten, aber du, deine unglaubliche Kraft und dein Lebenswille, der in dir steckte, geben mir die Kraft, diese Zeit abzuwarten und mit eurem Papa hier zu verbringen.

Der Gedanke, dass du nicht alleine da oben irgendwo bist und deinen Bruder bei dir hast hilft deinem Papa und mir ein bisschen damit klar zu kommen, dass ihr nicht hier bei uns seid. Ich glaube daran, dass der Opa und Oma Gisela sich gut um euch kümmern.

Mama liebt dich sehr

2 Gedanken zu “Mein kleiner Robin

  1. Ich bin froh dich zu kennen kleiner Robin und du bist so unfassbar süß, vollständig und perfekt! Es wäre so schön gewesen, dich hier bei uns zu haben!! Aber genauso gut ist es, dass du oben bei deinem Bruder Luis bist. Er zeigt dir alles und ist für dich da denn er kennt das alles schon! Wir werden dich nie vergessen! In liebe, deine Tante ❤️

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