Albtraum

Ich kann nicht schlafen. Die Nächte sind das schlimmste. Albträume. Ich bin einsam. Ich vermisse dich so sehr, Filip. Nachts war immer die Zeit in der ich dich am meisten gespürt habe. Es hat nichts ausgemacht, nicht schlafen zu können, ich habe dich genossen.

Ich kann nicht einschlafen. Dann wache ich auf und denke, ich habe keine Arme und Beine mehr, meine Zähne fallen in meinen Träumen aus. Zuerst bin ich erleichtert, dann denke ich, wäre es doch nur das, was mir fehlt, nicht du und deine Brüder…Weiterlesen »

Ohne Titel

Ich hasse mich.

Ich hasse mein Leben.

Ich hasse alle, die mir jetzt sagen „Also ich war schon schockiert, dass ihr es nochmal so versucht“ „Ich hätte das nicht gemacht“

Ich hasse Theorie.

Ich hasse die Mendel’sche Regel.

Ich hasse das Schicksal.

Ich hasse diese 25%.

Ich hasse die, die mir bewusst nicht zur Schwangerschaft gratuliert haben. Ihr seid schon bisschen scheiße.

Ich hasse die riesige Nadel, die in mein Bauch gerammt wurde und Schwangerschaftsübelkeit.

Ich hasse mich.

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Unerträgliches warten

Ich bin angespannt.
Wieder mal heißt es zu warten. Vor sechs Tagen war ich wieder bei der Chorionzottenbiopsie. Bei meiner Frauenärztin, die mit einer riesigen, dicken Nadel durch den Bauch, in die Gebärmutter und die Plazenta sticht.
Es tut so weh.
Man soll entspannt bleiben, nicht in den Bauch atmen, während der Ultraschallkopf fest auf den Bauch gedrückt und eine Mördernadel in den Bauch gerammt wird. Die Bauchdecke wird betäubt, die Gebärmutter aber nicht. Es ist sehr unangenehm und tut sehr weh. Immerhin ging es diesmal relativ schnell, mit dem ersten Versuch. Letztes Mal musste Sie 6 mal neu einstechen, weil sie nicht durch die Gebärmutter kam. Alle sagten die ganze Zeit zu mir, ich soll entspannt bleiben. Versucht doch mal, den Bauch nicht anzuspannen, während Euch jemand in den Bauch boxt. Das geht nicht!

Ich bin wieder schwanger.

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Schlaflos

Heute ist die zweite Woche vorbei, in der ich zurück bei der Arbeit bin. Ich war 18 Wochen im Mutterschutz. Ich habe mir die Zeit genommen und versucht nur zu tun, was mir gefällt, mich glücklich macht. Ich habe nicht „gefaulenzt“ oder bin in der Wohnung eingegangen. Manche Tage habe ich mit nichts tun verbracht, manche mit weinen, mit schlafen. Ich habe mich mit meinen Neffen beschäftigt. Andere kleine Kinder oder Babys waren schwer zu ertragen. Schwangere Frauen haben mir die Kehle zugeschnürt.

18 Wochen, in denen ich meine Trauer und meinen Verlust erlebt und überlebt habe. Ich hab mich damit auseinander gesetzt, nur damit, nur mit mir und meinen Babys.Weiterlesen »

Letzte Momente

Februar 2018

Ich gehe weiterhin regelmäßig zu meiner Frauenärztin, fast jede Woche. Sie vermisst Robin jedes Mal ganz genau. Der Kopf beginnt in der 16. SSW unverhältnismäßig größer zu werden. In der 17. Woche war der Kopf einundhalb Wochen weiter. Die Oberschenkel waren zwei Wochen zurück. Der Rest sah eigentlich normal aus. Sie sagte, wenn wir die Diagnose nicht schon hätten, würde sie jetzt im Ultraschall sehen, dass etwas nicht stimmt und mich zur Feindiagnostik schicken. Man sieht schon deutlich die hervorstehende Stirn. Bei Achondroplasie wird sie als Balkonstirn bezeichnet, wobei ich meine, dass meine Stirn jetzt nicht so außergewöhnlich aussieht. Wir erkannten den „eingedrückten“ Nasenrücken, der auch typisch für unseren Kleinwuchs ist, die sogenannte Sattelnase.Ich war in der 19. SSW als meine Frauenärztin meinte, dass die doppelte Dosis Kleinwuchs nun doch sehr deutlich zum Vorschein kommen würde. Der Kopf war schon drei, fast 4 Wochen weiter. Also in zwei Wochen hatte sich der Unterschied verdoppelt. Die Oberarme und vorallem die Oberschenkel waren eigentlich seit der 16. SSW nicht weiter gewachsen. Bei den Oberschenkel schwankte diese Messung irgendwie immer sehr. Manchmal sah es fast normal aus, manchmal deutlich verkürzt. Weiterlesen »

Schwangerschaft mit Robin (2)

Februar 2018

Nach dem Ergebnis der Untersuchung war ich erstmal ein paar Tage zuhause geblieben. Einfach nur zuhause auf der Couch und Fern schauen.
Ich hab nichts anderes gemacht.
Ich war nicht in der Lage irgendwas anderes zu tun.
Micha hat mich mit Essen versorgt. Ich hatte keinen Hunger. Ich hatte keine Lust zu irgendwas. Ich vegetierte 3 Tage nur vor mich hin. Sonntag musste ich mich dann aufraffen. Micha und ich waren auf eine kleine Geburtstagsrunde von meiner Cousine eingeladen. Jeder hätte verstanden, wenn wir abgesagt hätten, aber es war gut, aus dem Haus zu kommen und so gab es auch einen Grund sich mal wieder frisch zu machen. Das war nötig. Ich wollte eigentlich auch raus gehen und nicht so auf der Couch verkommen.

Ich wollte doch die Schwangerschaft so lange ich konnte genießen! Robin in meinem Bauch ein gutes Gefühl geben. Ihn wissen lassen, dass er willkommen ist und schon jetzt so sehr geliebt wird. Ich wollte nicht, dass er merkt, dass ich deprimiert oder traurig bin. Also gingen wir los. Wir werden den Rest der Schwangerschaft genießen!!
Ohne zu wissen, wie lang sie gehen wird.

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