Schwangerschaft mit Robin (1)

Nach der Entbindung von Luis wollte ich schnell wieder schwanger werden. Wir hatten viel darüber nachgedacht und Nächte lang darüber gesprochen, wir wollten es noch einmal auf dem natürlichen Wege versuchen.

In unseren Flitterwochen, als ich mit Luis schwanger war, wollte ich Micha zeigen, wie viel 25% eigentlich sind. Er war sich so sicher, dass alles gut werden würde. Ich bereitete vier Zettel vor, auf einem war ein X. Er sollte einen ziehen und natürlich zog er zufälliger Weise genau diesen, mit dem X. Genau die 25% wie sie bei uns auch passieren könnten. Ich sagte ihm „Genau so ist es! Bestimmt haben wir das „Glück“ auch die 25% zu bekommen! Ich weiß, dass es so kommen wird.“ Um mich aufzumuntern machte er dieses Spiel noch drei mal und jedes weitere mal zog er nicht das X, er sagte mir, dass alles Gut werden würde, es war einfach Zufall, dass er beim ersten Mal das X gezogen hat. Das war es natürlich auch, aber genau so, war es Zufall, dass wir bei der ersten Schwangerschaft „das X“ gezogen haben. Wir dachten, vielleicht ist das ein Zeichen gewesen, die erste Schwangerschaft sollte nicht gut enden, aber alle weiteren werden es. Das hatte ich mir gewünscht, mich an so einem doofen Glücksspiel festgehalten. Jetzt werden die 75% kommen….Weiterlesen »

Abschied

Am fünften Sonntag nach Robins Geburt konnten wir endlich seine Trauerfeier machen. Mit den Behördengängen, da erst seine Geburtsurkunde erstellt werden musste und danach dann noch die Sterbeurkunde, hat das länger gedauert als bei Luis. Dann kam er zum Krematorium und wir haben gewartet, bis wir seine Urne bekamen.
Sie sollte an einem Donnerstag kommen. Aus der Schweiz, in einem Päckchen.
Wir haben einen Bestattungsort in der Schweiz erworben. An dem Donnerstag wollten wir ins Allgäu fahren, die ganze Familie gemeinsam. So waren wir alle abfahrbereit und saßen im Wohnzimmer, auf die Post wartend.
Auf Robins Urne wartend. Dann kam sie. Ein komisches, unangenehmes Gefühl, ein Paket auf zu machen, wo man weiß, dass die Urne des Kindes darin ist. Irgendwie hatte ich mich aber auch gefreut, dass sie endlich da ist. Ich weiss wo sie ist und irgendwie ja auch Robin. Und dann hielt ich sie in meiner Hand. Schwerer als ich dachte.
Vom Gewicht und vom Gefühl.Weiterlesen »

Mein kleiner Robin

Vor 17 Tagen bist du auf die Welt gekommen. Nur zwei Stunden später bist du schon wieder gegangen. Du kannst dir nicht vorstellen wie sehr ich dich vermisse. Du warst so klein, aber schon so perfekt. Ich habe diese zwei Stunden in denen ich dich in meinen Armen halten konnte so genossen. Die wohl schönsten und gleichzeitig schwersten zwei Stunden meines Lebens. Wir dachten nicht, dass dein winziges Herzchen noch schlagen könnte. Zum Glück hat es das getan. Es war so schön, dass du deine Tanten und deinen Opa auch noch kennen lernen konntest. Sie waren mit Mama und Papa und deiner Oma bei dir und haben dich auf deinem kurzen Weg hier bei uns begleitet.

Ich hielt dich in meinen Händen und konnte dir alles sagen, was mir auf dem Herz lag, ein paar Lebensweisheiten die ich bisher gesammelt habe, all meine Wünsche und Hoffnungen für dich und ein paar Worte noch für deinen Bruder, mit dem ich so nicht sprechen konnte.

Das zu schreiben fällt mir so schwer. Das alles ist so schwer, mein Baby. 17 Tage ohne dich, Robin, ohne dich so aktiv in meinem Bauch und bei mir zu spüren, ohne deinen Herzschlag. Weiterlesen »

Meine Gedanken nach Luis

Wie geht’s dir?

Wie geht es mir? Ich weiß es nicht. Manchmal geht es mir ganz gut.

Ich kann lachen, Spaß haben und dabei sein, ohne dass jemand denkt, dass es mir nicht gut geht.

Ich bin traurig. Immer! So sehr! Auch wenn ich lache oder sage, mir geht es gut. Mein Herz schmerzt so sehr, immer. Jeden Moment. Wie soll ich morgens aufstehen und weiter machen, wenn meine Welt stehen geblieben ist.

Ich kann nicht schlafen, fühle mich so schuldig, fühle mich so schlecht.Weiterlesen »

Unser Luis

Montag, 10. Juli 2017

So standen wir da nun, hatten das Ergebnis bekommen, das nichts gutes für unser Baby heißt. Niemand konnte sich das wirklich vorstellen. Ich konnte die Nächte nicht schlafen, hab das Gefühl durch zu drehen. Noch am Telefon machten wir einen Termin für Montag bei meiner Frauenärztin aus. Sie musste mir das Ergebnis noch persönlich mit den Untersuchungsergebnissen mitteilen. Als ich in den Behandlungsraum kam, hatte meine Ärztin Tränen in den Augen, ich sah, dass es auch ihr schwer fällt, die Fassung zu bewahren.
Am selben Tag hatten wir auch den Termin beim Genetiker. Auch diesen absolvierten wir, so wie es auf dem Plan stand.

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Erste Schwangerschaft

April bis Juli 2017

Noch 21 Tage bis zu unserem großen Tag. Ich fühl mich seit einigen Tagen anders. Ich denke, ich weiß es schon. Micha sagt, komm‘ wir schauen jetzt einfach mal… Irgendwie hatte ich auch Angst, dass ich mir etwas einbilde. Geplant, war eigentlich erst nach der Hochzeit.

Ich pinkle auf den Test und wir dachten, jetzt müsste man ewig warten, aber wie der Urin den Test hochsteigt, kommt direkt der rote Strich. Micha und ich schauen uns sprachlos an, bekommen beide nur komische Laute und Silben heraus. Hä?! Ähmmm… ja?! Uns steigt beiden ein fettes grinsen ins Gesicht, fassen können wir unser Glück noch nicht, sitzen uns auf dem Bett gegenüber. Wir küssen und umarmen uns wieder und wieder. Unglaublich!

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