Ein neuer Tag

2019 endet. 2020 beginnt.

Ein Tag endet. Ein neuer Tag beginnt.

In Jahren denke ich, 2017, 2018 und 2019 waren scheisse. Hart. Schwer. Was wird nur aus 2020. Dieses Jahr dachte ich, ok, dann halt Nächstes. Jetzt ist nächstes Jahr. Die Erfüllung des Kinderwunsches noch nicht in Sicht. Wird es noch ein 2020 Baby? Keine Ahnung. Wir müssen warten. 2019 sagten wir, ach 2020 wird dann ein schönes Geburtsjahr, ist eine schöne Zahl. Man sucht irgendwas Positives. Weiterlesen »

Filip

Ich pack es nicht.

Eigentlich wollte ich etwas für mein Baby zum Geburtstag schreiben. Aber ich packe es nicht. Ich hab keine Kraft. Seit einem Jahr, keine Kraft. Ich mache jetzt Crossfit, fühl mich schon fitter, kann schon mehr Gewicht heben und tragen, mehr Push ups und Sit ups machen, mehr Burpees am Stück, aber ich habe trotzdem keine Kraft mehr. Ich arbeite weniger, obwohl wir das Geld gut brauchen könnten. Doch ich schaff nicht mehr. Ein Jahr ist vergangen, das jetzige Jahr schon wieder fast vorbei. Damals dachte ich, würde heute ganz anders aussehen. Doch gefühlt ist mir nur die Zeit vergangen und verändert hat sich nichts. Ich bin nicht schwanger und ich habe keine Kinder hier bei mir. Micha sitzt noch im Rollstuhl und das wird auch so bleiben, die Sehnsucht endlich richtig Mama zu sein, hat hoffentlich irgendwann ein Ende.

Eigentlich hatte ich vor langer Zeit geplant einen Geburtsbericht von Filip heute zu seinem Genurtstag zu veröffentlichen, aber ich lieg im Bett, schau mir seine Bilder an, lese die Nachrichtenverläufe von damals durch und weine. Ich schreibe ein Wort und lösche es.

Zurück zu den Bildern. Unglaublich, wie hübsch du bist…

Dann zu den Nachrichten, die ich bekommen und geschrieben habe im Krankenhaus, Papa schickte eine Sprachnachricht

„Wie sieht’s aus, geht’s voran? Ich denk an euch. *kussschmatzergeräusch* Ich habe heute die Weihnachtsdeko aufgestellt“

Es ist der erster Geburtstag.

Schon.

Oder der Jahrestag.

Heute vor einem Jahr ist mein dritter Sohn gestorben. Und geboren. Beides am selben Tag nur 4 Stunden nacheinander.

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Beklemmend

Ich sitze beim Frauenarzt im Wartezimmer.

Das Gefühl ist sehr beklemmend. Ich sitze nicht auf meinem „Stammplatz“. Ich schau den Stuhl an und habe das Gefühl mich selbst dort sitzen sehen zu können. Wie ich gewartet habe. Jedes Mal. Drei mal vor der Untersuchung, noch voller Hoffnung, angespannt vor der großen Nadel die in meinen Babybauch gerammt wird. Und drei mal nach dem Ergebnis als ich wusste, ich kann meine Babys nicht behalten.Weiterlesen »

Happy Birthday Robin

Happy Birthday Robin 🧡

Wahnsinn, schon ein Jahr her. So viel ist in der Zwischenzeit passiert. Dein erster Geburtstag. Mama denkt seit Tagen nur an dich. Wir werden Kuchen auf dich essen und an dich denken. Kein großer Kindergeburtstag, aber nicht weniger wertvoll. Es fühlt sich wie gestern an, als ich dich Sonntag Mittag in meinen Händen hielt. So wunderbar, stark und einfach perfekt. Mein hübscher großer Junge.

Du bist in meinen Träumen. Du läufst schon und es geht dir gut. Ich frag mich immer wieder, warum du nicht bei mir bist. Ich kann an nichts anderes denken. Heute ist dein erster Geburtstag, leider feiern wir keine große Party für dich! Es tut mir leid.

Zur Zeit läuft alles nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich wollte einen Kindergeburtstag mit David, Alex, Mili und Henni für dich feiern. Luftballons steigen lassen, Kuchen essen und einen schönen Tag für die Kinder in deinem Namen machen. Weiterlesen »

Trauer

Trauer hat verschiedene Gesichter.

Die meiste Zeit muss man mit ihr im Hintergrund leben.

Manchmal gibt es Tage, an denen sie dich nicht aus dem Bett aufstehen lässt, dich in der Nacht zerfressen hat. Der Schmerz ist unerträglich, der Verlust fühlt sich unendlich an. Träume zeigen, was man vermisst, was fehlt. Ich träume von meinem Baby, wie ich es stille. In meinem Traum denke ich

„Oh Filip, ich glaube wir machen das gut, wir sind ein gutes Team! Es fühlt sich gut an, sein Baby versorgen zu können und es klappt so gut! Du bist schon so groß geworden, ohne dass ich das mitbekommen habe..“

Als ich aufgewacht bin dachte ich mir, ich hätte das bestimmt wirklich gut gemacht und ich hätte es so gerne getan…

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Ohne Titel

Ich hasse mich.

Ich hasse mein Leben.

Ich hasse alle, die mir jetzt sagen „Also ich war schon schockiert, dass ihr es nochmal so versucht“ „Ich hätte das nicht gemacht“

Ich hasse Theorie.

Ich hasse die Mendel’sche Regel.

Ich hasse das Schicksal.

Ich hasse diese 25%.

Ich hasse die, die mir bewusst nicht zur Schwangerschaft gratuliert haben. Ihr seid schon bisschen scheiße.

Ich hasse die riesige Nadel, die in mein Bauch gerammt wurde und Schwangerschaftsübelkeit.

Ich hasse mich.

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