November

Für Micha

Fünfter November.

2018.

Ein Jahr her.

Ein Jahr, das so schwer war. Vorallem für dich, Micha. Für mich, zu sehen, wie schwer es für dich ist. Ein Rückschlag nach dem Anderen. Dreizehn Stunden Op, aufwachen und die Beine nicht spüren. Intensivstation, beatmet – kannst nicht sprechen, Dich nicht ausdrücken, wirst nicht verstanden.

Freiburg

Im Krankenhaus fühlst du dich nicht wohl, nicht ernstgenommen. Das Personal ist unfreundlich, wir werden ignoriert. Schlechte Wundheilung. Du bekommst Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, starke Kopf- und Nackenschmerzen – Hirnhautentzündung.

Fast fünf Wochen Krankenhausaufenthalt, Personal mittlerweile ganz gut ausgecheckt und auch nettes gefunden. Warten auf einen Rehaplatz. Immerhin die beste Pizza der Welt entdeckt und genossen.Weiterlesen »

Beklemmend

Ich sitze beim Frauenarzt im Wartezimmer.

Das Gefühl ist sehr beklemmend. Ich sitze nicht auf meinem „Stammplatz“. Ich schau den Stuhl an und habe das Gefühl mich selbst dort sitzen sehen zu können. Wie ich gewartet habe. Jedes Mal. Drei mal vor der Untersuchung, noch voller Hoffnung, angespannt vor der großen Nadel die in meinen Babybauch gerammt wird. Und drei mal nach dem Ergebnis als ich wusste, ich kann meine Babys nicht behalten.Weiterlesen »

Happy Birthday Robin

Happy Birthday Robin 🧡

Wahnsinn, schon ein Jahr her. So viel ist in der Zwischenzeit passiert. Dein erster Geburtstag. Mama denkt seit Tagen nur an dich. Wir werden Kuchen auf dich essen und an dich denken. Kein großer Kindergeburtstag, aber nicht weniger wertvoll. Es fühlt sich wie gestern an, als ich dich Sonntag Mittag in meinen Händen hielt. So wunderbar, stark und einfach perfekt. Mein hübscher großer Junge.

Du bist in meinen Träumen. Du läufst schon und es geht dir gut. Ich frag mich immer wieder, warum du nicht bei mir bist. Ich kann an nichts anderes denken. Heute ist dein erster Geburtstag, leider feiern wir keine große Party für dich! Es tut mir leid.

Zur Zeit läuft alles nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich wollte einen Kindergeburtstag mit David, Alex, Mili und Henni für dich feiern. Luftballons steigen lassen, Kuchen essen und einen schönen Tag für die Kinder in deinem Namen machen. Weiterlesen »

Trauer

Trauer hat verschiedene Gesichter.

Die meiste Zeit muss man mit ihr im Hintergrund leben.

Manchmal gibt es Tage, an denen sie dich nicht aus dem Bett aufstehen lässt, dich in der Nacht zerfressen hat. Der Schmerz ist unerträglich, der Verlust fühlt sich unendlich an. Träume zeigen, was man vermisst, was fehlt. Ich träume von meinem Baby, wie ich es stille. In meinem Traum denke ich

„Oh Filip, ich glaube wir machen das gut, wir sind ein gutes Team! Es fühlt sich gut an, sein Baby versorgen zu können und es klappt so gut! Du bist schon so groß geworden, ohne dass ich das mitbekommen habe..“

Als ich aufgewacht bin dachte ich mir, ich hätte das bestimmt wirklich gut gemacht und ich hätte es so gerne getan…

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Ohne Titel

Ich hasse mich.

Ich hasse mein Leben.

Ich hasse alle, die mir jetzt sagen „Also ich war schon schockiert, dass ihr es nochmal so versucht“ „Ich hätte das nicht gemacht“

Ich hasse Theorie.

Ich hasse die Mendel’sche Regel.

Ich hasse das Schicksal.

Ich hasse diese 25%.

Ich hasse die, die mir bewusst nicht zur Schwangerschaft gratuliert haben. Ihr seid schon bisschen scheiße.

Ich hasse die riesige Nadel, die in mein Bauch gerammt wurde und Schwangerschaftsübelkeit.

Ich hasse mich.

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Unerträgliches warten

Ich bin angespannt.
Wieder mal heißt es zu warten. Vor sechs Tagen war ich wieder bei der Chorionzottenbiopsie. Bei meiner Frauenärztin, die mit einer riesigen, dicken Nadel durch den Bauch, in die Gebärmutter und die Plazenta sticht.
Es tut so weh.
Man soll entspannt bleiben, nicht in den Bauch atmen, während der Ultraschallkopf fest auf den Bauch gedrückt und eine Mördernadel in den Bauch gerammt wird. Die Bauchdecke wird betäubt, die Gebärmutter aber nicht. Es ist sehr unangenehm und tut sehr weh. Immerhin ging es diesmal relativ schnell, mit dem ersten Versuch. Letztes Mal musste Sie 6 mal neu einstechen, weil sie nicht durch die Gebärmutter kam. Alle sagten die ganze Zeit zu mir, ich soll entspannt bleiben. Versucht doch mal, den Bauch nicht anzuspannen, während Euch jemand in den Bauch boxt. Das geht nicht!

Ich bin wieder schwanger.

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