2 Jahre Filip

Zwei Jahre seit Filips Geburt.
Zwei Jahre ohne Filip.
Happy Birthday mein Herz 💚 

Heute bin ich endlich wieder schwanger. Obwohl ich mir nichts sehnlicher gewünscht habe, kann ich den Zustand aktuell kaum genießen. Heute an Filips Geburtstag bin ich mit Baby Nr 4 genau so weit, wie ich mit Luis war, als er am 13.07.17 geboren wurde.

Sternenkinder-Geburtstage… man kann es nicht “feiern“. Das Wort an sich schon irgendwie widersprüchlich. 
Sternenkind – ein totes Kind. 
Geburtstag – man zelebriert die Geburt und das Leben. Andere Menschen zum Sternenkindgeburtstag einladen, merkwürdig. Für die eingeladenen. Für die Mama aber vielleicht wichtig.

Nur wenige Menschen denken an Sternenkindergeburtstage. Am aller meisten die Mütter. Sonst kaum jemand. Meine Mama denkt an sie. Jeden Tag. Ich habe praktische Daten für die Geburtstage meiner Kinder bekommen. Jeden Tag um 13:07, um 16:12 und um 18:03 Uhr schickt Mama mir Herzen in den Farben, die ich mit meinen Babys verbinde. 💛🧡💚

Ich kann nicht damit „abschliessen“. Ich kann nicht meine Babys abhaken. Sie sind und bleiben immer meine Babys und die Geburts- und Todestage sind immer in meinen Gedanken. Sie sind schmerzhaft, anstrengend und trotzdem möchte und kann ich nicht aufhören daran zu denken. Das ist alles, was mir von ihnen geblieben ist, neben ihren Urnen. Die Erinnerung. Auch schmerzhafte Erinnerung. Aber auch die Gedanken an die schönen Momente der Schwangerschaft, der Moment sein Baby zu sehen, wie wunderbar sie waren…

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Filip

Ich pack es nicht.

Eigentlich wollte ich etwas für mein Baby zum Geburtstag schreiben. Aber ich packe es nicht. Ich hab keine Kraft. Seit einem Jahr, keine Kraft. Ich mache jetzt Crossfit, fühl mich schon fitter, kann schon mehr Gewicht heben und tragen, mehr Push ups und Sit ups machen, mehr Burpees am Stück, aber ich habe trotzdem keine Kraft mehr. Ich arbeite weniger, obwohl wir das Geld gut brauchen könnten. Doch ich schaff nicht mehr. Ein Jahr ist vergangen, das jetzige Jahr schon wieder fast vorbei. Damals dachte ich, würde heute ganz anders aussehen. Doch gefühlt ist mir nur die Zeit vergangen und verändert hat sich nichts. Ich bin nicht schwanger und ich habe keine Kinder hier bei mir. Micha sitzt noch im Rollstuhl und das wird auch so bleiben, die Sehnsucht endlich richtig Mama zu sein, hat hoffentlich irgendwann ein Ende.

Eigentlich hatte ich vor langer Zeit geplant einen Geburtsbericht von Filip heute zu seinem Genurtstag zu veröffentlichen, aber ich lieg im Bett, schau mir seine Bilder an, lese die Nachrichtenverläufe von damals durch und weine. Ich schreibe ein Wort und lösche es.

Zurück zu den Bildern. Unglaublich, wie hübsch du bist…

Dann zu den Nachrichten, die ich bekommen und geschrieben habe im Krankenhaus, Papa schickte eine Sprachnachricht

„Wie sieht’s aus, geht’s voran? Ich denk an euch. *kussschmatzergeräusch* Ich habe heute die Weihnachtsdeko aufgestellt“

Es ist der erster Geburtstag.

Schon.

Oder der Jahrestag.

Heute vor einem Jahr ist mein dritter Sohn gestorben. Und geboren. Beides am selben Tag nur 4 Stunden nacheinander.

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Beklemmend

Ich sitze beim Frauenarzt im Wartezimmer.

Das Gefühl ist sehr beklemmend. Ich sitze nicht auf meinem „Stammplatz“. Ich schau den Stuhl an und habe das Gefühl mich selbst dort sitzen sehen zu können. Wie ich gewartet habe. Jedes Mal. Drei mal vor der Untersuchung, noch voller Hoffnung, angespannt vor der großen Nadel die in meinen Babybauch gerammt wird. Und drei mal nach dem Ergebnis als ich wusste, ich kann meine Babys nicht behalten.Weiterlesen »

Happy Birthday Robin

Happy Birthday Robin 🧡

Wahnsinn, schon ein Jahr her. So viel ist in der Zwischenzeit passiert. Dein erster Geburtstag. Mama denkt seit Tagen nur an dich. Wir werden Kuchen auf dich essen und an dich denken. Kein großer Kindergeburtstag, aber nicht weniger wertvoll. Es fühlt sich wie gestern an, als ich dich Sonntag Mittag in meinen Händen hielt. So wunderbar, stark und einfach perfekt. Mein hübscher großer Junge.

Du bist in meinen Träumen. Du läufst schon und es geht dir gut. Ich frag mich immer wieder, warum du nicht bei mir bist. Ich kann an nichts anderes denken. Heute ist dein erster Geburtstag, leider feiern wir keine große Party für dich! Es tut mir leid.

Zur Zeit läuft alles nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich wollte einen Kindergeburtstag mit David, Alex, Mili und Henni für dich feiern. Luftballons steigen lassen, Kuchen essen und einen schönen Tag für die Kinder in deinem Namen machen. Weiterlesen »

Trauer

Trauer hat verschiedene Gesichter.

Die meiste Zeit muss man mit ihr im Hintergrund leben.

Manchmal gibt es Tage, an denen sie dich nicht aus dem Bett aufstehen lässt, dich in der Nacht zerfressen hat. Der Schmerz ist unerträglich, der Verlust fühlt sich unendlich an. Träume zeigen, was man vermisst, was fehlt. Ich träume von meinem Baby, wie ich es stille. In meinem Traum denke ich

„Oh Filip, ich glaube wir machen das gut, wir sind ein gutes Team! Es fühlt sich gut an, sein Baby versorgen zu können und es klappt so gut! Du bist schon so groß geworden, ohne dass ich das mitbekommen habe..“

Als ich aufgewacht bin dachte ich mir, ich hätte das bestimmt wirklich gut gemacht und ich hätte es so gerne getan…

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Ohne Titel

Ich hasse mich.

Ich hasse mein Leben.

Ich hasse alle, die mir jetzt sagen „Also ich war schon schockiert, dass ihr es nochmal so versucht“ „Ich hätte das nicht gemacht“

Ich hasse Theorie.

Ich hasse die Mendel’sche Regel.

Ich hasse das Schicksal.

Ich hasse diese 25%.

Ich hasse die, die mir bewusst nicht zur Schwangerschaft gratuliert haben. Ihr seid schon bisschen scheiße.

Ich hasse die riesige Nadel, die in mein Bauch gerammt wurde und Schwangerschaftsübelkeit.

Ich hasse mich.

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Unerträgliches warten

Ich bin angespannt.
Wieder mal heißt es zu warten. Vor sechs Tagen war ich wieder bei der Chorionzottenbiopsie. Bei meiner Frauenärztin, die mit einer riesigen, dicken Nadel durch den Bauch, in die Gebärmutter und die Plazenta sticht.
Es tut so weh.
Man soll entspannt bleiben, nicht in den Bauch atmen, während der Ultraschallkopf fest auf den Bauch gedrückt und eine Mördernadel in den Bauch gerammt wird. Die Bauchdecke wird betäubt, die Gebärmutter aber nicht. Es ist sehr unangenehm und tut sehr weh. Immerhin ging es diesmal relativ schnell, mit dem ersten Versuch. Letztes Mal musste Sie 6 mal neu einstechen, weil sie nicht durch die Gebärmutter kam. Alle sagten die ganze Zeit zu mir, ich soll entspannt bleiben. Versucht doch mal, den Bauch nicht anzuspannen, während Euch jemand in den Bauch boxt. Das geht nicht!

Ich bin wieder schwanger.

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